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Zenith Academy Christophe Colomb Hurricane

Zenith Academy Christophe Colomb Hurricane
© Zenith

Armbanduhr von Zenith

Gleichung mit drei Variablen

Während Christoph Kolumbus das Land der unbegrenzten Möglichkeiten entdeckte, ist die Academy Hurricane, die seinen Namen trägt, der Schlüssel zur Lösung der Gleichung mit drei Variablen, von der die Präzision einer Armbanduhr abhängt: die hohe Schwingungsfrequenz für die Unterteilung der Zeit in identische Abschnitte, die Aufhebung der Auswirkungen der Erdanziehungskraft, die den Gang der Uhr beeinträchtigen, sowie die Beseitigung von Störungen des Isochronismus. Anders ausgedrückt geht es darum, die Probleme zu lösen, die mit dem Tragen der Uhr (Erdanziehungskraft) und mit der Gangdauer (Einbußen beim Isochronismus – der Gleichförmigkeit der Schwingungen des Gangreglers – mit fortschreitendem Ablaufen des Federhauses) in Zusammenhang stehen, und gleichzeitig eine optimale Präzision bei der Zeitmessung (Geschwindigkeit der Unruhbewegungen) zu gewährleisten.

Im 16., 17. und 18. Jahrhundert bediente man sich bei den meisten Zeitmessern einer Schnecke, um die an das Räderwerk übertragene Antriebskraft zu regulieren. Heute sieht die Realität völlig anders aus: Die Manufakturen, die in der Lage sind, diesen Mechanismus an den begrenzten Raum anzupassen, der in einer Armbanduhr zur Verfügung steht, sind so selten, dass sie sich an einer Hand abzählen lassen. Mit der Academy Christophe Colomb Hurricane darf sich nun auch Zenith zu diesem erlesenen Kreis zählen.

Wenngleich die Marke mit dem Stern die einzige Manufaktur ist, die das Gravity-Control-System beherrscht, das beim Grand Prix d'Horlogerie de Genève im Jahr 2011 in der Kategorie der Komplikationsuhren ausgezeichnet wurde und welches das Ergebnis von fünf Jahren intensiver Entwicklungsarbeit ist, benötigte sie insgesamt zwei weitere Jahre für die Konzeption des Kraftübertragungsmechanismus über Kette und Schnecke. Schließlich liegen zwischen den Marinechronometern, an denen die Hurricane sich inspiriert, und einer Armbanduhr von gerade einmal 45 mm Durchmesser Welten, die Zenith jedoch dank eines unermüdlichen Einsatzes überwinden konnte. Die Verwendung eines Aufzugsschlüssels nämlich, der durch ein Loch bis zum Zifferblatt geführt wird, wie es in den vergangenen Jahrhunderten üblich war, kam von Beginn an nicht infrage. Diese Lösung war schon deshalb nicht denkbar, da die Uhr wasserdicht sein sollte und deshalb keinerlei Gehäuseöffnungen aufweisen durfte. Daher kam schließlich eine Aufzugskrone zum Einsatz.

Eine konstante Kraftübertragung über Kette und Schnecke

Die Unruhspiralfeder einer mechanischen Uhr verliert mit fortschreitendem Ablaufen des Federhauses an Amplitude, was eine verminderte Präzision zur Folge hat. Bei einer Kraftübertragung über Kette und Schnecke hingegen bleibt die Antriebskraft über die gesamte Dauer der Gangautonomie hinweg völlig konstant. Wenn die Zugfeder des Uhrwerks ihre Kraft an das Federhaus überträgt, gleicht die Schnecke mit ihrer Schraubenform, die auf komplexe Weise speziell für das Federhaus berechnet wird, die sich schrittweise einstellenden Abweichungen in der durch das Federhaus freigesetzten Kraft aus. Bei der Academy Christophe Colomb Hurricane erfolgt die Kraftübertragung zwischen dem Federhaus und der Schnecke über eine 18 Zentimeter lange Kette aus 585 Bestandteilen

Sie ist von äußerster Komplexität und besteht abwechselnd aus Doppel- und Zwischengliedern. Die Abmessungen der Nieten sind so berechnet, dass sie das Spiel der Glieder begrenzen. Die Fertigung der Kette erfordert unendliches Know-how und enorme Sorgfalt – doch einmal montiert hält sie einer Zugkraft von mehr als 3 Kilogramm stand. Während der gesamten Dauer der Gangautonomie der Uhr überträgt das Federhaus seine Kraft über die Kette an die Schnecke, wobei sich die Kette um das Federhaus wickelt. Durch ihre Form sorgt die Schnecke für einen Ausgleich der variierenden Spannung und somit für eine konstante Kraftübertragung an das Räderwerk, welches die Kraft wiederum an das im gyroskopischen Käfig befindliche Hemmungsrad aus Silizium leitet. Während 50 Stunden – die Dauer der Gangautonomie – vergehen, bis sich die Kette vollständig um das Federhaus gewickelt hat, sorgt der Aufzug über die Krone für ein nur wenige Sekunden dauerndes fesselndes Schauspiel, während dessen sich beobachten lässt, wie sich Schnecke und Federhaus in die entgegengesetzte Richtung drehen, damit sich die Kette wieder um die Schnecke wickelt und das Federhaus aufgezogen wird.

Die Form der Schnecke der Academy Christophe Colomb Hurricane wurde von der optimalen Kraft bestimmt, die die Meisteruhrmacher von Zenith dem Federhaus verleihen wollten. Ihre Form, die an einen Kegel erinnert, der mit einer spiralförmig verlaufenden Rille versehen ist, sowie ihre Abmessungen sind das Ergebnis langwieriger Berechnungen, in die insbesondere die theoretische Kraft und die Dauer der Gangautonomie einfließen. Es handelt sich um besonders komplexe Berechnungen, die für jede der sieben Ebenen der Konstruktion durchgeführt werden. Ohne den Zusammenschluss aller Berufe der Uhrenfertigung unter dem Dach der Manufaktur Zenith – insbesondere der Uhrwerkprototypenentwicklung – und den Einsatz ausgefeilter Hilfsmittel hätte diese Schnecke vielleicht niemals entwickelt werden können. Darin liegt die Stärke einer integrierten Manufaktur, deren Flexibilität ein weiterer bedeutender Vorteil ist.

Das Gravity-Control-System: eine Kampfansage an die Gesetze der Erdanziehungskraft

Durch die Kraftübertragung über Kette und Schnecke werden also Störungen des Isochronismus beseitigt. Doch die Academy Christophe Colomb Hurricane gleicht außerdem einen weiteren Effekt aus, der den Gang einer mechanischen Uhr beeinträchtigt: die Erdanziehungskraft. Ausgehend von dem Prinzip, dass die bestmögliche Amplitude der Unruh und damit die optimale Präzision in der Zeitmessung dann erreicht wird, wenn sich der Gangregler in der Horizontalen befindet, hat Zenith ein revolutionäres System entwickelt und zum Patent angemeldet, das sicherstellt, dass Gangregler und Hemmung ständig in dieser Position gehalten werden: Gravity Control, ein bahnbrechendes System, das die Kühnheit der Marke zum Ausdruck bringt und zugleich eine Hommage an ihre Geschichte, da es von den Marinechronometern inspiriert ist, die Zenith in der Vergangenheit fertigte.

Von jenen legendären Instrumenten übernimmt das Gravity-Control-System das Prinzip der kardanischen Aufhängung, mithilfe derer eine allseitig drehbare Lagerung ermöglicht wird und die im 16. Jahrhundert erstmals für Marinekompasse verwendet wurde, damit diese sich drehen können und unabhängig von den Schiffsbewegungen ihre horizontale Position beibehalten.

Bei den später aufkommenden Taschenuhren konnte dieses Prinzip nicht zum Einsatz gebracht werden, weil dafür ein 50 mm großer Mechanismus erforderlich gewesen wäre. So wurde ausgehend vom Prinzip, dass sich die Uhr in einer Tasche ständig in der Vertikalen befindet und nur die Aufzugswelle sich nach links oder rechts dreht, das Tourbillon erfunden, um die Gangabweichungen der Uhr auszugleichen.

Auch heute noch korrigieren die klassischen Tourbillons, die in Armbanduhren zum Einsatz kommen, die Gangabweichungen in diesen Lagen, indem sie sie Minute für Minute auf den vier vertikalen Achsen ausgleichen. Geneigte oder mehrachsige Tourbillons hingegen nehmen eine größere Zahl von Lagen ein, auch wenn sie nur kurz in der Horizontalen gehalten werden und nur die Summe mehrerer Fehler korrigieren, die aus den zahlreichen Bewegungen des Handgelenks resultieren. Mit seinem selbstregulierenden gyroskopischen Mechanismus ermöglicht es das Gravity-Control- System, die Hemmung unabhängig von der Neigung des Handgelenks ständig in der Horizontalen zu halten, was es zur ultimativen Weiterentwicklung des Marinechronometers macht.

Mechanische Feerie und Entdeckergeist

Da bei Zenith Wagemut und Authentizität auch gleichbedeutend mit Vergnügen sind, ist die Academy Christophe Colomb Hurricane nicht nur ein bedeutender Durchbruch in Bezug auf die Präzision, sondern auch eine wahre Augenweide. Ein aus einem Stück gefertigtes Saphirglas gibt den Blick auf die ausgefeilte Mechanik des Kraftübertragungssystems über Kette und Schnecke mit dem Federhaus und der Schnecke frei, um die sich die Kette abwechselnd wickelt. Bei 6 Uhr zieht der gyroskopische Käfig, ein wahres Juwel der Uhrmacherkunst, das aus 173 Bauteilen besteht, mit seinen luftigen Rotationen den Blick des Betrachters in seinen Bann. Die Kuppel, die sich über ihm hervorwölbt, findet ihr Echo in den Rundungen des ausgenommen Zifferblatts für die Stunden- und die Minutenanzeige bei 12 Uhr, während die aus handguillochiertem Gold gearbeiteten Anzeigen für die kleine Sekunde und die Gangreserve ebenfalls eine runde Form aufweisen. Brückenseitig offenbart ein Saphirglasboden als eindrucksvolle Hommage an den Entdeckergeist Christoph Kolumbus‘ eine per Laser auf das Gegengewicht des gyroskopischen Moduls gravierte Weltkarte. Könnte es ein besseres Symbol für diesen außergewöhnlichen Zeitmesser geben, der in einer auf 25 Exemplare limitierten Serie gefertigt wird?

Pressetext von Zenith

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