Swatch

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Schweizer Uhrenmarke
Name der Modeuhr "Swatch"

Die Geschichte der Swatch

Der Grundstein zur Swatch-Gründung wurde 1983 gelegt. Damals, zum Höhepunkt der Quarzkrise, hatten die beiden größten Schweizer Uhrenhersteller, die ASUAG und die SSIH, den Konkurs vor Augen. Die damalige Situation war dramatisch: 1977 bis 1983 fielen die Uhrenexporte aus der Schweiz wertmäßig auf die Hälfte zurück, der Weltmarktanteil sank von 43 auf 15 Prozent, innerhalb weniger Jahre mußten in der Schweizer Uhrenindustrie über 50.000 Arbeitsplätze abgebaut werden und die Belegschaftszahlen fielen von über 90.000 auf unter 40.000.[1] Und das, obwohl die Technologie der Quarzuhr ausgerechnet in der Schweiz entwickelt und in einem kreativen Wettlauf der konkurrierenden Firmen immer mehr perfektioniert worden war. An diesem Punkt mußten ASUAG und SSIH einsehen, daß nur drastische Maßnahmen den Verkauf von so prestigeträchtige Uhrenmarken wie Longines, Omega und Tissot an ausländische Firmen verhindern konnten.

Gemeinsam luden ASUAG und SSIH Nicolas Hayek, den Geschäftsführer der Wirtschaftsberatungsfirma Hayek Engineering ein, ihre Unternehmen unter die Lupe zu nehmen. Unter verschiedenen Protesten schlug Hayek einige grundlegende Reformen vor und schloß die ASUAG und die SSIH zu einem Unternehmen unter dem Namen SMH zusammen. (1998 wurde die SMH in Swatch Group umbenannt.) Hayek und seine Partner aus verschiedenen Schweizer Unternehmen übernahmen die Mehrheit der Aktien, Hayek selbst wurde Geschäftsführer der SMH, und die Produktion und Vermarktung der neuen Uhren konnte beginnen.[2]

Um den japanischen Billig-Quarzuhren Paroli bieten zu können, wurde eine ebenfalls preisgünstige, dafür aber bunte, aufmüpfige, trendige Kunststoffuhr entwickelt, deren Herstellung weitgehend automatisiert werden konnte: die Swatch-Uhr. Der Name „Swatch“ steht dabei für „Swiss Watch“ und wurde zusammengezogen zu: „S’watch“. Bei dieser Uhr war das Werk direkt auf dem Gehäuseboden befestigt; das Gehäuse war wasserdicht verschweißt und konnte nicht geöffnet werden. Aber der eigentliche Schlüssel zum Erfolg der Swatch war nicht die Technik, sondern das von Hayek propagierte Marketing. Die Botschaft der Uhr lautete, so Hayek: «Erstens: höchste Qualität. Zweitens: ein niedriger Preis. Und drittens: Provokation der Gesellschaft.»[1]

Die simple, aber in vielerlei ausgefallenen Varianten produzierte Swatch sprach vorwiegend das jugendliche Publikum an und wurde zu einer sich international schnell ausbreitenden Mode. In den ersten 21 Monaten wurden 3,5 Millionen Swatches verkauft, an ihrem 20. Geburtstag waren bereits 2.500 Modelle lanciert und 300 Millionen Exemplare verkauft worden.[2]

Der Erfolg der Swatch brachte der Schweizer Uhrenindustrie ein kaum noch erhofftes Comeback; er ermöglichte es der SMH (bzw. Swatch Group) aber auch, nach und nach eine Reihe von alteingesessenen Traditionsfirmen aus der Welt der mechanischen Uhr, z.B. Blancpain, Breguet oder die Rohwerkehersteller Frederic Piguet und Nouvelle Lemania zu übernehmen und ihnen langfristig Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten.

Anschrift

Swatch SA
Rue Jacob-Stämpfli 94
CH-2500 Biel/Bienne 4
Tel. : 032 / 343 95 80
Fax : 032 / 343 95 81

Weblinks

Einzelnachweise