VEB Glashütter Uhrenbetriebe

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VEB Glashütter Uhrenbetriebe

VEB Glashütter Uhrenbetriebe GUB
später: VEB Uhrenwerk Glashütte im Kombinat Mikroelektronik


Zusammenschluß verstaatlichter Glashütter Uhrenbetriebe

Der VEB Glashütter Uhrenbetriebe entstand am 1. Juli 1951 aus dem Zusammenschluß der 1946 verstaatlichten Glashütter Betriebe

  • VEB Lange Glashütte (vormals Lange & Söhne),
  • VEB UROFA mit UFAG (vormals UROFA) und Basalt (Uhrsteinfertigung),
  • VEB Feintechnik (vormals Gössel & Co. bzw Burckhard),
  • VEB Meßtechnik (vormals Mühle & Sohn),
  • VEB Estler,
  • VEB Liwas (vormals Otto Lindig) und
  • Lehrkombinat Makarenkow.

Von Anfang an wurde entsprechend der Glashütter Tradition ein hohes Qualitätsniveau bei der Armbanduhrenherstellung vorgegeben und bei allen Uhrwerksentwicklungen durchgehalten. In der DDR zählten die Glashütter Uhren zur Spitzenqualität und kosteten in Relation zum Einkommen einen recht hohen Preis. Es wurden hochwertige, aus eigener Produktion stammende Werke verwendet, und auch die Qualität der Gehäuse war beachtlich.

Interessanterweise wurden die Uhren nicht nur in Ost-, sondern auch in Westdeutschland verkauft — dort oft in Kaufhausketten und unter anderem Namen —, und sie trugen bis 1970 die seinerzeit hochschätzte Zusatzbezeichnung "Made in Germany". Im großen und ganzen handelte es sich bei den produzierten Modellen um bewährte Gebrauchsuhren, die indessen weder mit der uhrmacherischen Raffinesse noch mit dem überragende Renommee der bekannten Schweizer Marken konkurrrieren konnten.

Verschmelzung mit weiteren VEBs

Der Konzentrationsprozeß der Uhrenherstellung in der DDR wurde im März 1967 fortgesetzt mit dem Zusammenschluß der

  • VEB Glashütter Uhrenbetriebe (GUB),
  • VEB Uhren und Maschinenfabrik Ruhla (UMF) sowie
  • VEB Uhrenwerk Weimar

zum VEB Uhrenkombinat Ruhla mit zusammen ca. 8.000 Beschäftigten.

Nach der Wiedervereinigung 1990

Nach der Wiedervereinigung 1990 entstand aus dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe GUB die Glashütter Uhrenbetrieb GmbH. Diese fungierte damit als Rechtsnachfolger aller früheren Unternehmen der Glashütter Uhrenindustrie.

In der Quarzuhrenproduktion wurden nach 1990 zeitweilig neben den eigenen mechanischen Werken auch Schweizer Quarz-Werke vom Typ TTC-Longlife verwendet.

Nachdem die Treuhand bei der Abwicklung der Privatisierung Anfang 1993 mit dem französischen Rohwerkefabrikanten France Ebauches aus Besançon den ersehnten Käufer gefunden hatte, schien die weitere Zukunft des Unternehmens gesichert. Es stellte sich jedoch bald heraus, daß den ebenfalls sanierungsbedürftigen Franzosen nicht nur ein schlüssiges Überlebenskonzept, sondern auch das Kapital für die benötigten weiteren Investitionen fehlte. Schon mehrere Monate später mußte sich die Treuhand nach neuen Eigentümern umsehen.

Die Mitarbeiterzahl war von 2.000 auf gerade noch 70 geschrumpft. Im Oktober 1994 konnte dann endlich nach langer Käufersuche der Neubeginn erfolgen. Unter der Leitung von Heinz W. Pfeifer unternahm man den einzig richtigen Schritt zur Rettung: Statt sich auf den Versuch einer Fortsetzung der früheren Billig- und Massenproduktion einzulassen, besann man sich auf die immer noch erhalten gebliebene Kompetenz in der Herstellung mechanischer Werke. Das Unternehmen wurde unter dem Namen Glashütte Original ganz neu als Luxusmarke positioniert. Sowohl das Modellprogramm als auch der Werbeauftritt erfuhren eine komplette Neuorientierung. Das Wagnis erwies sich als erfolgreich, denn es gelang in den darauffolgenden Jahren, sich neben dem ebenfalls in Glashütte beheimateten und mit Unterstützung von IWC bzw. LMH wiederbelebten Hersteller A. Lange & Söhne ein beachtliches Renommee als Luxusuhrenhersteller im oberen Preissegment zu erarbeiten.

Literatur