Uhrenrevision

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Notwendigkeit einer Revision

Mechanische Uhren sind lebendige Apparaturen, die in jeder Sekunde intensive und äußerst präzise Arbeit leisten, und das klaglos über viele tausend Stunden hinweg. Deshalb benötigen sie in regelmäßigen Abständen Pflege und Wartung.

Eine Uhrenrevision sollte ca. alle fünf bis sieben Jahre in Betracht gezogen werden. Ein besonderes Alarmzeichen ist es, wenn die Uhr trotz Aufzug stehen bleibt oder auch schon dann, wenn sie anfängt langsamer zu gehen.

Verschmutzung und Austrocknen bzw. Verbrauch des Schmieröls können die Ursachen sein. In keinem Fall darf es soweit kommen, daß eine Uhr "trocken läuft", weil es dann durch Aneinanderschleifen von Teilen zu unwiderruflichen (Lager-)Schäden kommen kann.

Wer führt die Revision durch?

Hochwertige Uhren sollten nur beim Konzessionär überholt werden. Das ist zwar in der Regel teurer, garantiert aber eine bessere Fachkenntnis und ein höheres Verantwortungsbewußtsein. Bei Uhren von Rolex ist es zum Beispiel üblich, daß die Stücke direkt zur Zentrale geschickt werden und dort komplett überarbeitet werden.

Meisteruhrmacher im Glashütter Uhrenbetrieb
© Glashütte Original

Ablauf der Revision

Eine fachgerechte Uhrenrevision beinhaltet stets die komplette Zerlegung der Uhr in sämtliche Einzelteile. Alle Einzelteile werden gereinigt und dann auf eventuellen Verschleiß geprüft. Es kann sich als notwendig erweisen, abgenützte bzw. beschädigte Teile auszutauschen.

Diese Schritte können je nach Uhrentyp einen völlig unterschiedlichen Arbeitsaufwand erfordern: so bestehen beispielsweise Chronographen aus einer wesentlich höheren Anzahl von Bauteilen, Automatikuhren wiederum meistens aus einer höhere Anzahl als Handaufzugsuhren. Einen Sonderfall stellen die besonderen Komplikationen von Luxusuhren dar, bei denen noch viel mehr Zeit und Fachwissen nötig ist.

Wird die Uhr wieder zusammengesetzt, so werden die Lagerstellen wieder neu geölt bzw. geschmiert — hierbei kommen mehrere unterschiedliche Schmierstoffe zum Einsatz.

Zu einer guten Revision gehört auch noch das Entfernen kleiner Kratzer an Gehäuse und Schließe durch Polieren mit dazu.

Überprüfung und Endkontrolle

Ein weiterer Arbeitsschritt besteht in der Feinregulierung. Diese wird üblicherweise mit dem elektronischen Meßgerät „Witschi“ durchgeführt. Der Gang von Qualitätsuhren (Chronometern) wird dann in mehreren Lagen überwacht. Hierfür sind mehrere Tage erforderlich.

Zu erwähnen ist noch die Wasserdichtigkeitsprüfung bei Uhren, die — wie z.B. Taucheruhren — bis zu einer bestimmten Wassertiefe bzw. bis zu einem bestimmten Druck völlig dicht sein müssen. Auch hier sind ggf. Dichtungen auszutauschen und danach die erforderlichen Tests zu absolvieren.

Der Preis einer Uhrenrevision

Laien tendieren stets dazu, den Aufwand und den sich daraus notwendigerweise ergebenden Preis von Uhrenrevisionen völlig zu unterschätzen. Bei mechanischen Uhren kommt es in der Regel zu Kosten von mehreren Hundert Euro. Auf der anderen Seite sollte man dies aber nicht als Ärgernis betrachten, sondern als gute Investition, denn Uhren, die gut gepflegt und gewartet werden, können ihren Wert sogar über mehrere Jahrzehnte ohne jegliche Einbuße behalten.

Wer hierbei jedoch geizt und die Wartung immer wieder vor sich herschiebt, muß damit rechnen, daß seine Uhr völlig ihren Wert verliert.